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Länderinformationen Lettland

Die Geschichte der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ist bestimmt durch viele Jahrhunderte der Fremdherrschaft - heute bestechen die Länder durch geschichtsträchtige Städte, beeindruckende Bausubstanz und traumhafte Natur - das alles auf kleinstem Raum und mit nur 6 Millionen Einwohnern. Estland, das flächenmäßig kleinste Land des Baltikums, spielte gerade in der sowjetischen Zeit eine Sonderrolle, da, nur 80 Kilometer von Finnland entfernt, die Esten stets Zugang zu den Westmedien hatten. Die beiden anderen baltischen Staaten sind von der Fläche her fast gleich groß, Lettland mit der Hauptstadt Riga besitzt die mit Abstand größte Stadt aller baltischen Länder, Litauen hat im Gegensatz die meisten Einwohner der baltischen Staaten. Im Kontext der Perestroika sind die drei Länder seit 1990 wieder eigenständig, haben eine besonders positive wirtschaftliche Entwicklung erlebt und erfreuen sich heute als Reiseländer großer Beliebtheit – kein Wunder, denn alle drei haben eine Menge zu bieten.

Das zentral im Baltikum gelegene Lettland verfügt über viel Grün, denn rund 40 % der Fläche wird landwirtschaftlich und 46 % forstwirtschaftlich genutzt, aber auch die schönen Sandstrände sowie die geschichtsträchtigen Städte, Schlösser und Burgen sind sehenswert. Der Bezug zur deutschen Geschichte ist stark, denn die Baltendeutschen, die schon im Mittelalter das Land besiedelten, stellten jahrhundertelang die Oberschicht im Land dar. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts kämpften vornehmlich Schweden, Polen und Russland um die Vorherrschaft des heutigen Lettlands, bis es 1795 bis zur ersten Unabhängigkeit 1918 russisch wurde. Nach dem Staatstreich 1934 ist Lettland von Karlis Ulmanis autoritär regiert worden und 1940 zur Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik erklärt, bevor es seit 1990 wieder eigenständig wurde.

Sehenswertes

Riga
Riga, als Hauptstadt Lettlands, ist die mit Abstand größte Stadt des Baltikums und war ein wichtiger Handelsplatz der Hanse, stark durch deutsche Kaufleute geprägt. 1621 eroberte Gustav II. Adolf die Stadt, die bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Stockholm die zweitgrößte Stadt Schwedens war. Genau 100 Jahre später wurde Riga russisch und erlebte eine Blütezeit im gesamten 19. Jahrhundert, die allerdings weiter von Deutschen, die rund die Hälfte der Bewohner darstellten, geprägt wurde. Der alte Dom, die Petrikirche mit dem höchsten Turm der Stadt, die kleinen lebendigen Gassen oder auch die vielen Jugendstilfassaden machen Riga zu einem spannenden, vielseitigen Reiseziel.

Cesis
In der reizvollen Landschaft am Fluss Gauja, in der Nähe des großen Nationalparks, ist Cesis eine der ältesten Städte des Landes und verfügt über ein schönes historisches Stadtbild, obwohl die Stadt zweimal von Großbränden zerstört wurde. Touristischer Anziehungspunkt neben der Altstadt ist die Burgruine von Wenden. Das in der Mitte des 18. Jahrhunderts gebaute Herrenhaus, das ca. 60 Jahre später aufwendig umgebaut und um einen herrlichen Landschaftspark erweitert wurde, begeistert heute die Besucher besonders.

Sigulda
Die heute nur gut 11.000 Einwohner zählende Stadt hatte im Mittelalter eine große Bedeutung, daher finden sich in der reizvollen Landschaft im Stadtgebiet und seiner Nähe auch drei mittelalterliche Burgruinen: Segewold, Krimulda und Turaida. Sie gehen alle drei auf den Schwertbruderorden zurück, sind beliebte touristische Ziele, genauso wie das Neue Schloss mit seinem schönen Schlossgarten, neben der Ruine der Burg Segewold, das aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt. Der populärste „Tourist“ war der russische Zar Nicolaus II., der Sigulda als Feriendomizil auswählte, und viele Gäste folgtem seinem Vorbild.

Schloss Rundale
Schloss Rundale ist der prächtigste Barock/Rokokobau des Baltikums und wird gerne mit dem französischen Vorbild Versailles verglichen – es ist ein imposantes Schloss mit einer sehr aufwendigen Innenausstattung mit Goldenem und Weißem Saal sowie der Großen Galerie. Von der ursprünglichen Innengestaltung ist leider wenig übriggeblieben, denn verschiedene Hausherren und endgültig die Enteignung 1920 ließ viel verschwinden oder zerstören. Das große Gebäude wurde ab 1920 als Wohnraum, Grundschule und sogar als Kornspeicher genutzt. Erst mit der Museumsgründung 1972 ist das prächtige Ensemble wieder rekonstruiert worden und heute ein sehr beliebtes Reiseziel.

Gauja-Nationalpark
Der Gauja-Nationalpark ist der älteste Nationalpark in Lettland und wurde 1973 eingerichtet. Er liegt am namensgebenden Fluss Gauja nahe der Städte Sigulda und Cesis, dessen Gebiet auch als „Livländische Schweiz“ betitelt wird. Fast die Hälfte der Fläche besteht aus Waldgebieten und die bis zu 85 Meter hohen Felswände schaffen eine einzigartige Flusslandschaft. Die Kraft des Wassers schuf eindrückliche Höhlen, Grotten und Felsformationen. Die bekanntesten Höhlen sind die Viktoriahöhle und die Gutmannshöhle, die einen 10 Meter hohen Eingang hat und sagenumwoben ist - ihre Quelle im Inneren soll magische Kräfte besitzen.

Hätten Sie’s gewusst?

  1. Das Hauptportal des Universitätsgebäudes in Riga weist eine dreiflügelige Treppe auf. Während die beiden äußeren Flügel für jedermann nutzbar sind, darf die mittlere Treppe nur von Dozenten und Alumni benutzt werden.
  2. Rigaer Balsam wurde zwar von einem Apotheker in Riga zur Heilung kreiert, hat sich aber heute zu einem beliebten Mixgetränk entwickelt, das mit Aquavit, Wodka oder Cola getrunken wird.

Zahlen & Fakten

Staatsform:
Parlamentarische Republik

Ländername:
Latvijas Republika (Republik Lettland)

Fläche:
64.589 km²

Einwohner:
1,9 Millionen (2019)

Bevölkerungsdichte:
30 Einwohner pro km²

Hauptstadt:
Riga (696.681 Einwohner)

Größte Stadt:
Riga (696.681 Einwohner)

Sprache:
Lettisch

Währung:
Euro (EUR)

Höchste Erhebung:
Gaising (311,4 Meter)

Längster Fluss:
Gauja (452 Kilometer)

Größter Binnensee:
Lubān-See (80,70 km²)

Küstenlänge:
566 Kilometer

Flora:
Rund 40 % der Landesfläche sind bewaldet, am häufigsten kommen Kiefern, Fichten und Birken vor, aber auch Tanne, Weißerle und Aspe. Rund 10 % der Landesfläche werden von Sümpfen und Mooren eingenommen.

Fauna:
In den Nadel- und Laubwäldern leben unter anderem Wolf, Fuchs, Schneehase, Auer- und Haselhuhn, Marder und Hermelin sowie größere Bestände an Rot- und Schwarzwild. Die Vogelwelt ist artenreich, der häufig vorkommende Weißstorch ist Lettlands Nationalvogel.

Nationalparks:
In Lettland gibt es 4 Nationalparks, wovon der Nationalpark Gauja
mit 91.745 Hektar der größte ist.

Klima:
In Lettland findet man überwiegend kühl-gemäßigtes Klima. Die Sommer werden bei Durchschnittstemperaturen zwischen 19 und 23 °C nur mäßig warm und die Wintertemperaturen sinken oft unter den Gefrierpunkt. In den Küstenregionen herrscht durch südwestliche Winde von der Ostsee ein recht feuchtes Klima.

Gründung:
Erklärung der Unabhängigkeit am 18. November 1918

Religion:
Evangelisch-Lutherisch (22 %), Römisch-Katholisch (18 %), Russisch-Orthodox (11 %)

Wichtigster Wirtschaftszweig:
Hauptexportprodukte sind Holz und Holzprodukte (über 30 % der Exporte)

Einreisedokumente:
Personalausweis oder Reisepass

Elektrizität:
230 Volt Wechselstrom, Adapter sind nicht erforderlich

Nationalfeiertag:
18. November

Weitere Informationen sowie Reise- und Sicherheitshinweise finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes unter:

www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/lettland-node

Alle Angaben wurden mit großer Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Allerdings übernehmen wir keine
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