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Länderinformationen Litauen

Die Geschichte der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ist bestimmt durch viele Jahrhunderte der Fremdherrschaft - heute bestechen die Länder durch geschichtsträchtige Städte, beeindruckende Bausubstanz und traumhafte Natur - das alles auf kleinstem Raum und mit nur 6 Millionen Einwohnern. Estland, das flächenmäßig kleinste Land des Baltikums, spielte gerade in der sowjetischen Zeit eine Sonderrolle, da, nur 80 Kilometer von Finnland entfernt, die Esten stets Zugang zu den Westmedien hatten. Die beiden anderen baltischen Staaten sind von der Fläche her fast gleich groß, Lettland mit der Hauptstadt Riga besitzt die mit Abstand größte Stadt aller baltischen Länder, Litauen hat im Gegensatz die meisten Einwohner der baltischen Staaten. Im Kontext der Perestroika sind die drei Länder seit 1990 wieder eigenständig, haben eine besonders positive wirtschaftliche Entwicklung erlebt und erfreuen sich heute als Reiseländer großer Beliebtheit – kein Wunder, denn alle drei haben eine Menge zu bieten.

Litauen ist von der Fläche her ungefähr genauso groß wie Lettland, aber mit rund 2,7 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der baltischen Staaten. Im Mittelalter war Litauen um einiges größer - Teile von Polen gehörten zum Staatsgebiet, und 1362 nahm Litauen Kiew ein, was eine Konkurrenzsituation zu Moskau schuf. Wie die Nachbarländer gehörte auch Litauen ab 1795 zum Russischen Reich. Schwer von den zwei Weltkriegen und der Loslösung von Russland gezeichnet, ist die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sehr positiv, besonderes Augenmerk wurde auf moderne Kommunikation gelegt, sodass Litauen heute eines der besten Glasfasernetze der gesamten EU besitzt.

Sehenswertes

Vilnius
Im Gegensatz zu den anderen Hauptstädten des Baltikums stand Vilnius nicht unter dem Einfluss des Deutschen Ordens, sondern ging, wie ganz Litauen, eine Allianz mit Polen ein. Die bewusste Ansiedlungspolitik machte die Stadt für Juden attraktiv und 1569 entstand aus dem ehemaligen Jesuitenkolleg die Universität - die Stadt wurde kulturelles Zentrum jüdischen Lebens. Nach mehreren Stadtbränden im 18. Jahrhundert ist die Stadt nach barockem Vorbild fächerförmig wiederaufgebaut worden, u. a. mit prächtigen Kirchenbauten, was ihr den Namen „Rom des Nordens“ einbrachte. Über Jahrhunderte lebten Christen und Juden in friedlicher Koexistenz – um 1900 folgten 40 % der Bevölkerung dem jüdischen Glauben. Vilnius wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, sodass sich bis heute ein fast komplettes barockes Stadtbild den Besuchern präsentiert, welches besonders sehenswert ist, und so wurde die Altstadt 1994 UNESCO-Welterbe.

Klaipeda
Klaipeda oder das frühere Memel war bis 1920 die nördlichste deutsche Stadt und Hauptstadt des Memellandes. Erst nach dem zweiten Weltkrieg erhielt die Stadt wieder ihren ursprünglichen bis 1422 genutzten kurischen Namen Klaipeda. Der bedeutende Seehafen der Stadt wurde von der Sowjetunion intensiv genutzt und ausgebaut und ist noch heute wichtiger Wirtschaftsfaktor der Stadt. Trotz großer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg finden sich in der Altstadt eine große Anzahl an Fachwerkhäusern und weiteren sehenswerten Bauten, besonders rund um den großen Marktplatz, was die Stadt sehr sehenswert macht.

Berg der Kreuze
Der Berg der Kreuze hat eine ganz besondere Bedeutung für Litauen und ist ein Symbol des Widerstands gegen Russland. Bereits 1830/31 wurden auf dem ehemaligen Burghügel die ersten Kreuze errichtet, deren Anzahl ständig zunahm. Seit 1953 haben Rückkehrer aus den russischen Gulags Kreuze für Verstorbene in den Lagern aufgestellt, sodass sich der Ort langsam zu einem Wallfahrtsort der Litauer entwickelte. Mehrmals zerstörten russische Bulldozer diesen bedeutsamen Ort, aber jeweils in der Folgenacht wurden erneut Kreuze errichtet. Seit dem Besuch von Johannes Paul II. im September 1993 ist die Wallfahrtsstätte ausgebaut und im Jahr 2000 ein Kloster eröffnet worden. Dieser bedeutsame Ort Litauens beeindruckt alle Besucher.

Kurische Nehrung und Nida
Die Kurische Nehrung mit dem Haff entstand nach dem Abschmelzen des Inlandeises und schuf über Jahrtausende eine einmalige Landschaft, die seit dem Jahr 2000 UNESCO-Welterbe ist. Das Haff, die 98 Kilometer lange Halbinsel, die im Norden zu Litauen und im Süden zu Russland gehört, war früher mit Nadelwald bewachsen. Frühe Rodungen im 14. Jahrhundert und der Kahlschlag in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts ließen die heute einmalige Dünenlandschaft mit der größten Düne Europas entstehen. Der nordöstliche Grenzort ist der kleine Ort Nida, von dem Thomas Mann so angetan war, dass er sich bei der großen Düne ein Sommerhaus bauen ließ, in dem er drei Sommer vor seiner Emigration verlebte. In diesem Haus ist 1996 das litauisch-deutsche Kulturzentrum eröffnet worden.

Hätten Sie’s gewusst?

  1. Die litauische Sprache ist eine der ältesten gesprochenen Sprachen der Welt, denn Sprachforscher fanden direkte Bezüge zum indischen Sankrit.
  2. Im Süden Litauens, nahe des Dorfes Puruskes, soll laut einem französischen Geographen der Mittelpunkt Europas liegen, der mit einer großen Säule und einem Park mit Kunstwerken markiert ist.

Zahlen & Fakten

Staatsform:
Semipräsidentielle Republik

Ländername:
Lietuvos Respublika (Republik Litauen)

Fläche:
65.300 km²

Einwohner:
2,8 Millionen (2019)

Bevölkerungsdichte:
43 Einwohner pro km²

Hauptstadt:
Vilnius (574.221 Einwohner)

Größte Stadt:
Vilnius (574.221 Einwohner)

Sprache:
Litauisch

Währung:
Euro (EUR)

Höchste Erhebung:
Aukštasis kalnas (294 Meter)

Längster Fluss:
Memel (475 Kilometer in Litauen)

Größter Binnensee:
See Drūkšiai (49 km²)

Küstenlänge:
258 Kilometer

Flora:
Rund ein Viertel der Landesfläche sind bewaldet, vorherrschend sind Kiefern, Fichten und Birken, es finden sich auch Eichen, Buchen und Eschen. In den feuchten Niederungen wachsen Auenwälder mit Weiden und Pappeln.

Fauna:
Der Wisent wurde in Litauen wiedereingebürgert. In den Seen- und Sumpfgebieten leben Fischotter, Biber, Sumpfschildkröten sowie Kreuzottern, Ringelnattern und Eidechsen. Die Vogelwelt ist artenreich, unter anderem finden sich Kraniche, Störche, See- und Schlangenadler, Birk- und Auerhühner und Reiher.

Nationalparks:
In Litauen gibt es 5 Nationalparks, wovon der Nationalpark Dzūkija mit 58.519 Hektar der größte ist.

Klima:
Das Klima in Litauen ist gemäßigt-kontinental. Der maritime Einfluss der Ostsee an der Westküste mit überwiegendem Westwind sorgt für etwas ausgeglichenere Temperaturen als im Osten, wo sich das Klima deutlich kontinentaler gestaltet.

Gründung:
Erklärung der Unabhängigkeit am 16. Februar 1918, Wiedererlangung am 11. März 1990

Religion:
Römisch-Katholisch (77 %), Russisch-Orthodox (4,1 %)

Einreisedokumente:
Personalausweis oder Reisepass

Elektrizität:
220 Volt Wechselstrom, Adapter sind nicht erforderlich

Nationalfeiertag:
16. Februar

Weitere Informationen sowie Reise- und Sicherheitshinweise finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes unter:

www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/litauen-node

Alle Angaben wurden mit großer Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Allerdings übernehmen wir keine
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