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Länderinformationen Polen

Unser Nachbarland Polen ist ein altes europäisches Kulturland mit einer über viele Jahrhunderte hinweg unruhigen und leidvollen Geschichte. Eine Geschichte, die geprägt war von Kriegen und Fremdherrschaften, und die überall im Lande deutliche Spuren hinterlassen hat. Ein Land, in dem aufgrund seiner Lage Einflüsse aus Ost und West, aus Süd und Nord positiv auf Handel, Kunst und Kultur gewirkt haben. Polen hat aber auch eine Natur zu bieten, in der wir unter anderem Tier- und Pflanzenarten finden, die im übrigen Europa teilweise bereits ausgestorben sind. Das Land besticht mit einer wunderschönen, abwechslungsreichen Landschaft, mit riesigen, dichten Wäldern, kilometerlangen weißen Sandstränden entlang der Ostseeküste, über 9.000 Seen, den beeindruckenden Gebirgszügen des Riesengebirges, der Karpaten und der Hohen Tatra, dem einzigen Hochgebirge neben den Alpen in Europa. Ein atemberaubendes, alpines Panorama bieten die rund 70 Gipfel von über 2.000 Metern Höhe der Hohen Tatra, die fantastische Ausblicke ermöglichen. Die idyllische Seenlandschaft von Masuren mit ihrer besonders vielseitigen Fauna, verzaubert ihre Gäste und zieht sie in ihren Bann - nirgendwo sonst in Europa kann man so viele Störche und Kormorane sehen wie dort. Die Historie des Landes erleben die Besucher in den mittelalterlichen Hansestädten mit ihren eindrücklichen Bauten der Backsteingotik, den mächtigen, imposanten Burganlagen des Mittelalters, von denen viele auf den Deutsche Orden zurückgehen, genauso wie in den ehrwürdigen alten Königsstädten Breslau und Krakau. Pilgerorte in dem katholisch geprägten Land ziehen nicht nur die Gläubigen an, sondern hinterlassen auch bei allen anderen Besuchern einen bleibenden Eindruck.

Sehenswertes

Warschau
Die heutige Hauptstadt Polens erlebte ihre erste Blüte im Mittelalter, günstig an den Handelswegen zwischen Krakau und Vilnius und beidseitig der Weichsel gelegen. Erst 1596 wurde Warschau Hauptstadt des Landes, nachdem die Allianz mit Litauen geschlossen war und diese gemeinsam zu einer der Großmächte in Europa aufstieg. Nach dem großen Brand zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand ein imposantes barockes Stadtbild mit vielen eindrucksvollen Palästen, großen Straßenanlagen und Parks, das im folgenden Jahrhundert um klassizistische Bauten ergänzt wurde. Im zweiten Weltkrieg ging ein Großteil der historischen Gebäude verloren – seit der Auflösung des Ostblocks wird vieles davon rekonstruiert, sodass bei einem Besuch das alte Flair wieder herrlich zu erleben ist.

Krakau
Krakau, die alte Königsstadt und bis 1596 Hauptstadt des Landes liegt an der Weichsel und ist mit rund 725.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Der Wawelhügel, auf dem die mächtige Schlossanlage über der Stadt thront, war bereits vor 20.000 Jahren bewohnt und von dort ist das Land ab 1038 regiert worden. In der Renaissancezeit wurden viele Baumeister aus Italien angeworben, die das Stadtbild nachhaltig veränderten, was sich heute noch den Besuchern präsentiert. Trotz des Verlusts des Residenzstadtstatus war Krakau weiter kulturelles Zentrum des Landes, was sich in weiterer Bautätigkeit widerspiegelte. Das historische Zentrum mit beeindruckenden Bauten verschiedener Epochen und der kampflose Rückzug der Deutschen im 2. Weltkrieg ließ die Stadt fast unbeschadet den Krieg überstehen und so ist Krakau heute eines der beliebtesten Reiseziele ganz Polens – ein Spaziergang durch Jahrhunderte ist hier auf kleinster Fläche möglich!

Breslau
Das fünftgeteilte Wappen der Stadt zeigt deutlich die verschiedenen Einflüsse, die die Stadt erlebte: der Silberne Löwe ist das Symbol für Böhmen, der schwarze Adler das für Schlesien, das „W“ weist auf den Stadtgründer Wratislaw hin und Johannes der Täufer und die heilige Hedwig sind die Stadtheiligen. Eine erste Blüte erlebte die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert, denn sie lag an einem Kreuz alter Handelsstraßen – der Ost-West-Verbindung Via Regia und der von Nord nach Süd verlaufenden Bernsteinstraße. Ab 1526 gehörte Breslau zu Böhmen und rund 200 Jahre später zum Habsburger Herrschaftsgebiet. Bis zum zweiten Weltkrieg waren 90 % der Bewohner Deutsche, die die Region 1945 verließen, so dass sich die Bevölkerung in der Folgezeit sehr veränderte. Heute ist Breslau mit 650.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Polens, hat wichtige Industrien und ist sowohl wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum Südpolens. 2016 war Breslau Europäische Kulturhauptstadt.

Danzig
Genau wie ganz Polen ist auch die Geschichte Danzigs sehr wechselvoll. Die gute Lage der Stadt machte sie sehr umkämpft und so war sie bereits in der Wikingerzeit ein Handelsplatz, besaß seit 1050 eine Burg, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde ein Dominikanerkloster gegründet und Danzig war eine der wichtigen Hansestädte. Unter wechselnder Herrschaft des Deutschen Ordens, Polens und Preußens erlebte die Stadt zwei kurze Phasen der Souveränität: 1807 – 1814 als Republik Danzig und 1920 – 1939 als Freie Stadt. Im 2. Weltkrieg stark zerstört, wurde diese aber im Zentrum wieder in großen Teilen rekonstruiert, so dass sich dem Besucher heute das neue-alte Danzig mit Marienkirche, Zeughaus, Langem Markt und diversen Stadttoren und Türmen wieder präsentiert und zum Bummeln einlädt.

Masuren
Masuren ist die größte Seenlandschaft Polens und gehörte früher als Ostpreußen zu Deutschland -schon im 13. Jahrhundert kamen viele Siedler, vornehmlich aus Westfalen und Niedersachen in das Gebiet. So ist es nicht verwunderlich, dass bei einer Volkszählung um 1900 58 % der Bevölkerung angaben, Deutsch als Muttersprache zu sprechen. Die rund 3.000 Seen, von denen viele durch Flüsse oder Kanäle verbunden sind, bilden eine traumhaft schöne Landschaft, von der 40 % unter Naturschutz steht. Die Rominter Heide im Nordosten und die Johannisberger Heide im Süden bestehen teilweise aus Urwäldern, die noch nie von Menschen genutzt oder bearbeitet wurden. Diese einmalige Landschaft präsentiert sich besonders artenreich – Wisente, Elche, Wölfe und sehr viele Fischarten sind hier heimisch. Masuren ist eine der meistbesuchten Landschaften Polens und für viele ein Sehnsuchtsziel.

Karpaten & Hohe Tatra
Die Karpaten sind ein rund 1.300 Kilometer langer, bogenförmiger Gebirgszug, der nur zum Teil zu Polen gehört. Die Hohe Tatra ist ein Bereich dieses Gebirgsmassives und besitzt gleichzeitig die höchste Bergspitze des Landes – den Rysy mit 2.499 Metern Höhe. Die Hochgebirgslandschaft mit ihren spitzen Gipfeln erinnern an die Alpen, von denen viele über 2.000 Meter hoch sind – eine wunderschöne alpine Landschaft mitten in Europa präsentiert sich dem Besucher. Der Tatra-Nationalpark erstreckt sich über slowakisches sowie polnisches Gebiet und wurde 1993 von der UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärt.

Riesengebirge
Das Riesengebirge befindet sich im Norden Tschechiens und bildet die Grenze zu Polen. Der größere Teil gehört zu Tschechien, die ihrerseits 1963 den Nationalpark Riesengebirge eingerichtet haben – auf polnischer Seite wurde dieser bereits vier Jahre vorher geschaffen. Der Schlesische Kamm ist der Hauptkamm des Gebirgszuges, der sich in ost-westlicher Richtung erstreckt. Die Schneekoppe auf tschechischer Seite ist mit 1.602 Metern der höchste Berg des Gebirgszuges und gleichzeitig ganz Tschechiens - auf polnischer Seite ist es das Hohe Rad mit 1.509 Metern Höhe. Weiter südlich verläuft der Böhmische Kamm mit seiner einmaligen Landschaft von engen Schluchten, in die Tiefe stürzenden Wasserfällen und alpiner Vegetation. Sagenumwoben ist dieses Naturidyll, denn sein bekanntester Bewohner ist der Riese Rübezahl.

Hätten Sie’s gewusst?

  1. Der „polnische Papst“ Johannes Paul II. war vor seinem Amtsantritt in Rom Erzbischof von Krakau.
  2. Zakopane, der bekannteste Wintersportort der Hohen Tatra, ist die südlichste Stadt Polens, wird gern „Winterhauptstadt Polens“ genannt und ist Treffpunkt der Schönen und Reichen.
  3. Der Kulturpalast in Warschau – in den 50er Jahren auf Anordnung von Stalin gebaut - wird im Volksmund gern „Stalintorte“ oder Stalins Rache“ genannt.
  4. Die polnische Küche ist sehr fleischreich, aber an Heiligabend gibt es traditionell ein fleischloses Menu – außerdem bleibt ein Platz frei für einen unerwarteten Gast.

Zahlen & Fakten

Staatsform:
semipräsidentielle Republik

Ländername:
Rzeczpospolita Polska (Republik Polen)

Fläche:
312.696 km²

Einwohner:
38,3 Millionen (2020)

Bevölkerungsdichte:
123 Einwohner pro km²

Hauptstadt:
Warschau (1,8 Millionen Einwohner)

Größte Stadt:
Warschau (1,8 Millionen Einwohner)

Sprache:
Polnisch

Währung:
Złoty (PLN)

Höchste Erhebung:
Rysy (2.499,6 Meter)

Längster Fluss:
Wisła (1.047 Kilometer)

Größter Binnensee:
Śniardwy (113,8 km²)

Küstenlänge:
1.032 Kilometer

Flora:
Polen ist eines der am meisten bewaldeten Länder Europas. Die polnischen Wälder nehmen eine Fläche von 9,1 Mio. Hektar bzw. 29,2 % der Landesfläche ein. Im Osten Polens gibt es Urwälder, die nie von Menschen gerodet wurden.

Fauna:
Die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten ist in Polen EU-weit am höchsten, ebenso die Anzahl der bedrohten Arten. So leben hier etwa noch Tiere, die in Teilen Europas bereits ausgestorben sind, etwa der Wisent, Braunbär, Wolf, Luchs, Elch, Biber. In den Wäldern trifft man auch auf Nieder- und Hochwild.

Nationalparks:
In Polen gibt es 23 Nationalparks wovon der Biebrza Nationalpark mit 59.223 Hektar der größte ist.

Klima:
Polen liegt im östlichen Mitteleuropa und wird von einem gemäßigten Übergangsklima geprägt. In den westlichen Regionen Polens und vor allem im Norden an der Ostseeküste ist das Klima eindeutig maritim mit atlantischen Einflüssen.

Gründung:
960–992 n. Chr.

Religion:
Römisch-Katholisch (85%)

Wichtigste Wirtschaftszweige:
Dienstleistung, Bergbau und Industrie

Einreisedokumente:
Personalausweis oder Reisepass

Elektrizität:
230 Volt Wechselstrom, Adapter sind nicht erforderlich

Nationalfeiertag:
11. November

Weitere Informationen sowie Reise- und Sicherheitshinweise finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes unter:
www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/polen-node

Alle Angaben wurden mit großer Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Allerdings übernehmen wir keine
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