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Länderinformationen Ungarn

Ungarn ist von der Fläche und Einwohnerzahl vergleichbar mit Portugal und hat eine sehr bewegte Geschichte. Als Reichsgründer gilt Stefan I., der im Jahr 1000 König des Königreiches wurde. Der Mongolensturm 1241/42 verwüstet das gesamte Land, es dauerte rund 200 Jahre, bis sich unter Matthias Corvinius eine kulturelle Wiederbelebung entwickelte und das Land zur Großmacht wurde. Nach dessen Tod kam Ungarn unter Fremdherrschaft, erst von Polen-Litauen, 1526 unter die Herrschaft der Osmanen und 1686 der Habsburger. In der Folgezeit gab es starke Konflikte zwischen dem ungarischen Adel und dem Hof in Wien, was erst mit dem Zusammenschluss zur K&K-Monarchie 1867 endete. Zu dieser Zeit gehörten Kroatien, Dalmatien und Siebenbürgen, Teile Polens und Litauens zu Ungarn – also ein wahrer Vielvölkerstaat von immenser Größe. Die K&K-Monarchie wurde nach dem 1. Weltkrieg aufgelöst und in der Folgezeit war das Land, das ein Großteil seines Territoriums verlor, von verschiedenen Kräften regiert – mal als Räterepublik, mal demokratisch, in den 30er Jahren am Deutschen Reich orientiert und nach dem 2. Weltkrieg in Anhängigkeit der Sowjetunion, allerdings ständig aufbegehrend gegen Moskau – und so spielte auch 1989 die damalige Führung in Budapest eine wichtige Rolle für den Zusammenbruch der DDR.

Sehenswertes

Budapest
Die Donaumetropole Budapest ist erst durch den Zusammenschluss der links und rechts des Flusses bestehenden Orte Pest und Buda entstanden und ist heute die mit Abstand größte Stadt des Landes mit 1,7 Millionen Einwohnern. Stefan I. ließ sich zum ersten ungarischen König im Jahr 1001 in der Stadt krönen, die damit Hauptstadtstatus erlangte. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, nach mehreren Türkeneinfällen, verlagerten die Habsburger, die seit 1526 über Ungarn herrschten, die Residenz nach Preßburg (Bratislava), Buda wurde Sitz des Paschas. Mit dem Bau einer festen Brücke über die Donau 1839-1849 gewannen beide Städte an Bedeutung, 1867 wurde Ungarn eigenständiges Königreich und die neu geschaffene Hauptstadt Budapest wuchs in schnellem Tempo – viele Neubauten des Historismus entstanden – so auch das beeindruckende Parlamentsgebäude am Ufer der Donau – eines der Wahrzeichen der Stadt.

Györ
Die Stadt Györ lag stets günstig an alten Handelswegen und bis heute bildet sie ein Bindeglied zwischen Wien, Bratislava und Budapest. Geprägt wurde das Stadtbild von italienischen Baumeistern der Renaissance- und Barockzeit, bedingt durch den Aufschwung in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, das sich den Besuchern noch heute eindrücklich präsentiert. Mit dem Privileg „Königliche Freistadt“ entwickelte sich die Stadt kulturell ab Mitte des 18. Jahrhunderts enorm, aber auch die frühe Industrialisierung, besonders durch Textil- und Maschinenbaufabriken verschaffte der Stadt neuen Aufschwung. Seit 1990 konnte an diesen Erfolg, im Gegensatz zur kommunistischen Zeit, angeschlossen werden – Györ ist ein wichtiger Produktionsstandort der Autoindustrie, wovon man aber bei einem Besuch im historischen Zentrum nichts sieht, denn das hübsche Ensemble an Gebäuden verschiedener Epochen dominiert das Zentrum.

Visegrad
Das kleine Visegrad mit nicht einmal 2.000 Einwohnern hat für die Ungarn eine ganz besondere Bedeutung, kann auf eine spannende Geschichte blicken und überrascht mit Gebäuden, die die frühere Bedeutung aufzeigen. Die wichtige Lage am Donauknie veranlassten schon die Römer, hier ein Kastell zu bauen – die heutige Burgruine oberhalb der Stadt, von der man eine herrliche Sicht über die Donaulandschaft hat, war die nächste Festungsanlage, die in der Mitte des 13. Jahrhunderts noch erweitert wurde, aber dem Türkeneinfall 1529 nicht Stand hielt. 1323 wurde ein Königpalast in der Stadt errichtet und einige Jahre später machte Karl I. die Stadt zu seiner Residenz. Das heute sehr überschaubare, aber sehr lebendige Städtchen in dieser wunderschönen Lage ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel der Budapester, denn es liegt nur rund 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.

Barockstädte Eger & Szentendre
Die beiden Städte Eger und Szentendre besitzen sehenswerte historische Stadtkerne und liegen nördlich von Budapest, Szentendre ist seit 1888 eingemeindet und heute ein Vorort der Hauptstadt. Eger ist eine der ältesten Städte Ungarns, ist bekannt für Weinbau und besitzt im Stadtgebiet eine Thermalquelle. 1552 gelang den Bewohnern der Stadt etwas damals als unmöglich Geltendes: die kleine Stadt fügte den Osmanen eine Niederlage zu, aber die Überlegenheit hatte nur kurz Bestand – vier Jahre später wurde Eger von den Osmanen eingenommen und sie blieben fast 100 Jahre an der Macht. Nach der Rückeroberung erlebte die Stadt eine Blütezeit und es entstanden viele Barockbauten, die heute noch das Stadtbild prägen und viele Besucher anziehen. Szentendere hat mit 25.000 Einwohnern nur rund halb so viele wie Eger, war auch schon von den Römern besiedelt und erlebte im 14. Jahrhundert einen großen Aufschwung. 1541 wurde Buda von den Osmanen erobert und viele Bewohner flüchteten ins nahe Szentendre, genauso 1690, als die Osmanen das serbische Belgrad einnahmen, kamen rund 6.000 Serben in die Stadt, aber auch Griechen, Bosnier und Bewohner Dalmatiens – aus dieser Epoche stammen die Barockbauten, für die die Stadt berühmt ist. Im 19. Jahrhundert, nachdem viele Serben wieder zurück in ihre Heimat gingen, kamen Slowaken und Donauschwaben nach Szentendre – Christen bildeten wieder die größte Glaubensgruppe in der Stadt. Eger und Szentendre sind wirkliche Barockperlen Ungarns.

Esztergom
Das überschaubare Städtchen Esztergom an der Grenze zur Slowakei war vom 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhundert Hauptstadt des Königreichs Ungarn, bis die Residenz wieder verlegt wurde – der ehemalige Königspalast, heute nur noch Ruine, thronte damals oben auf dem Burgberg und bietet heute eine fantastische Sicht auf die Donaulandschaft. Nach der über 300-jährigen Herrschaft der Osmanen war die Stadt 1683 völlig zerstört, erhielt aber nur rund 15 Jahre später den Status „Königliche Freistadt“ und entwickelte sich schnell. Wo einst die Burganlage stand, ist 1838 – 1853 mit der Kathedrale einer der größten Kirchenbauten Europas entstanden, der heute das Stadtbild nachhaltig prägt und alle Besucher beeindruckt.

Balaton & Halbinsel Tihany
Der Balaton (Plattensee) ist der größte Binnensee Mitteleuropas mit fast 600 Quadratkilometern Fläche. Da der See nur bis zu 12,5 Meter tief ist, erreicht er durch das vorherrschende kontinentale Klima im Sommer Temperaturen von bis zu 30 °C. Der Schilfgürtel, der sich fast am gesamten Ufer erstreckt, bietet beste Lebensbedingungen für Tiere, sodass der See besonders artenreich ist. An der Halbinsel Tihany besteht die engste Stelle des Sees – der Durchlass misst nur 1,3 Kilometer. An der Nordseite des Sees wird intensiv Weinbau betrieben, ansonsten wachsen rund um den See Feigen, Granatäpfel und Mandelbäume, die mediterranes Flair vermitteln.

Nationalparks und Höhlen
Ungarn besitzt zehn Nationalparks – der größte ist der Bükk Nationalpark, dessen heute zu 97 % bewaldetes Gebiet vulkanischen Ursprungs ist und Basalt, Schiefer und Tuffgestein hat entstehen lassen, was eine faszinierende Landschaft hervorgebracht hat. Seen, Wasserfälle und außergewöhnliche Kalksteinformationen lassen die Besucher eintauchen in traumhafte Natur. Im Aggtelek Nationalpark an der Grenze zur Slowakei sind große Höhlensysteme entdeckt worden – die bekannteste und eindrucksvollste ist die Baradla-Tropfsteinhöhle, in der der größte Stalagmit der Welt zu sehen ist. Mit der slowakischen Domica-Höhle ist das Baradla Tropfsteinhöhlensystem 1995 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt worden und fasziniert alle Besucher.

Hätten Sie’s gewusst?

  1. 1896 ist in Budapest die erste U-Bahn auf europäischem Festland in Budapest eröffnet worden.
  2. Istvan Szechenyi ist gedanklicher Vater der ersten Donaubrücke in Budapest, nachdem er eine Woche warten musste, um seinen Vater am anderen Ufer begraben zu können.
  3. Bereits im Juni 1989 öffnete Ungarn offiziell die Grenze zu Österreich und erlaubte somit DDR-Bürgern unproblematisch die Ausreise.
  4. Der in den 80er Jahren so beliebte Zauberwürfel ist von dem Ungarn Ernö Rubik bereits 1974 erfunden worden.

Zahlen & Fakten

Staatsform:
parlamentarische Republik

Ländername:
Magyarország (Ungarn)

Fläche:
93.036 km²

Einwohner:
9,8 Millionen (2020)

Bevölkerungsdichte:
105 Einwohner pro km²

Hauptstadt:
Budapest (1,8 Millionen Einwohner)

Größte Stadt:
Budapest (1,8 Millionen Einwohner)

Sprache:
Ungarisch

Währung:
Ungarischer Forint (HUF)

Höchste Erhebung:
Kékes (1.014 Meter)

Längster Fluss:
Theiss (560 Kilometer)

Größter Binnensee:
Balaton (594 km²)

Flora:
Nur noch knapp 20 % der Staatsfläche Ungarns sind bewaldet. Größere Waldgebiete sind vor allem im Westen des Landes zu finden, die häufigsten Baumarten in tieferen Lagen sind Eiche und Esche, in den höheren Lagen der Mittelgebirge kommen vor allem Buchen, Ahorn und Birken vor.

Fauna:
In Ungarn sind etwa 45.000 Tierarten und 2.200 Pflanzenarten beheimatet. Wildschweine, Hirsche, Rehe und Füchse sind in den ungarischen Wäldern zu finden. Auf den landwirtschaftlichen Landflächen und im Tiefland leben vor allem Hasen, Fasane, Rebhühner und Wachteln.

Nationalparks:
In Ungarn gibt es 10 Nationalparks, wovon der Hortobágy-Nationalpark mit 80.549 Hektar der größte ist.

Klima:
Das Klima ist durch die Lage in der pannonischen Tiefebene und die schützenden Mittelgebirge geprägt und es zeigt sich im Osten ausgesprochen kontinental. Dies äußert sich in hohen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Die Sommer sind heiß, die Winter kalt. Der Westen Ungarns ist leicht ozeanisch geprägt mit feuchten Wintermonaten, die aber nicht so extrem kalt werden wie im Osten.

Gründung:
Unabhängigkeit am 31. Oktober 1918 von Österreich-Ungarn

Religion:
verschiedene christliche Religionen (74,37 %)

Einreisedokumente:
Personalausweis oder Reisepass

Elektrizität:
230 Volt Wechselstrom, Adapter sind nicht erforderlich

Nationalfeiertag:
15. März

Weitere Informationen sowie Reise- und Sicherheitshinweise finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes unter:

www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/ungarn-node

Alle Angaben wurden mit großer Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Allerdings übernehmen wir keine
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